Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Institut lebenswerte und umweltgerechte Stadtentwicklung
Institute for sustainable urban development
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Quartierskonzept Mülheim

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Quartierskonzept

Mühlheim - Heißen Süd

Im Rahmen des Programms „Energetische Stadtsanierung (Programmnummer 432) der KfW-Bank lässt die Stadt Mülheim an der Ruhr für das Quartier „Heißen-Süd“ ein integriertes energetisches Quartierskonzept durch die Hochschule Düsseldorf erstellen.


Die Stadt Mülheim an der Ruhr liegt im Südwesten des Ruhrgebiets mit einer Größe von gut 9129 ha und einer Einwohnerzahl von 172.518 (Stand: 30.9.2016). Das im Fokus stehende Quartier hat eine Fläche von 492.000 m² mit knapp 10.000 Einwohnern und liegt im Stadtteil Heißen.


Im Quartier befinden sich als öffentliche Gebäude ein sanierungsbedürftiges Schwimmbad (Friedrich-Wennmann-Bad), das Gymnasium Heißen sowie die städtische Gemeinschaftsgrundschule Filchnerstraße. Städtebaulich ist das Quartier geprägt durch Ein- und Mehrfamilienhäuser, die sich zum Teil in Privatbesitz und zum Teil in der Hand verschiedener Wohnungsbaugesellschaften befinden. Die Gebäude werden hauptsächlich mit Gas, daneben auch mit Öl und Strom beheizt.


Mit einem integrierten energetischen Quartierskonzept bietet sich die Möglichkeit, das Gebiet sowohl durch Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und Versorgungssicherheit als auch durch die Senkung des Energieverbrauchs und die Förderung von erneuerbaren Energien und energieeffizienten Technologien aufzuwerten. Neben dem Schwerpunkt der CO2- Einsparung richtet sich das Augenmerk dabei konsequent auf die Einbeziehung der im Untersuchungsgebiet lebenden Menschen. Ergänzt wird das Projekt durch den städtebaulichen Aspekt. Dazu gehören die Analyse der städtebaulichen, baukulturellen, wohnungswirtschaftlichen und denkmalpflegerischen Aspekte und die Herausforderungen des demografischen Wandels.

Die Betrachtung der drei Themen Technik, Privates und Soziales gewährleistet, dass es sich um einen ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatz handelt, der die Anwohner motiviert und diese auf unterschiedlichen Ebenen anspricht. Kontinuierliche Partizipationsprozesse unterstützen, dass sich die Quartiersbewohner am Prozess der Maßnahmenentwicklung beteiligen, sich als handlungsmächtig erleben und damit ihr Wohlbefinden stärken. Denn nur wer sich in seinem Wohnumfeld wohlfühlt, ist auch bereit, z.B. in sein Haus zu investieren und sich für sein Quartier einzusetzen.


Durch das vom Land NRW geförderte Forschungsprojekt „LUST - Lebenswerte und umweltgerechte Stadt“ besteht an der Hochschule Düsseldorf ein kompetentes, interdisziplinäres Projektteam aus aktuell fünf Mitarbeitern und acht Professoren – Architekten, Stadtplanern, Energie- und Umwelttechnikern und Sozialwissenschaftlern.

Im LUST-Projekt hat das Team in einem Mix aus wissenschaftlicher und umsetzungsorientierter Arbeit in einem Modellquartier in Düsseldorf verschiedene Vorgehensweisen getestet und wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt. Die ganzheitliche, interdisziplinäre Betrachtung aller relevanten Themengebiete und die Partizipation aller handelnden Akteure von den Bürgern bis hin zur Politik sind demnach wichtige Kernelemente einer lebenswerten und umweltgerechten Stadtentwicklung. Die Arbeiten im LUST-Projekt waren idealer Ausgangspunkt für Aufträge zur Erstellung eines integrierten Quartierskonzepts für ein Stadtgebiet in Kempen und die momentan laufende Umsetzung im Rahmen eines dreijährigen Quartiersmanagements. Bei der Akquisition von Fördermitteln zur Verstetigung der wissenschaftlichen Grundlagenarbeiten und zur Gründung eines Institutes für lebenswerte und umweltgerechte Stadtentwicklung war das LUST-Team ebenfalls erfolgreich. Das Land NRW stellt in den nächsten fünf Jahren weitere Mittel bereit.​


 

Bestandteil des integrierten Quartierskonzepts:       

  • Analyse des energetischen, städtebaulichen, wohnungswirtschaftlichen und sozialen IST-Zustandes des Quartiers
  • Analyse wichtiger Akteure im Gebiet, durchführen von Experteninterviews vor Ort
  • Stadtteilbegehungen an verschiedenen Tagen und Tageszeiten
  • Erstellung einer Energie- und CO2-Bilanz für das Quartier
  • Analyse und Bewertung verschiedener Möglichkeiten für eine zukünftige 
Energieversorgung im Quartier
  • Energie- und CO2-Potentialbetrachtungen und Szenarien
  • Visualisierung von Energieausweisen (Entwicklung architektonischer Konzepte (energetische Sanierung) abgestimmt auf einen zuvor erstellten Energieausweis)
  • Aufstellung eines quartiersbezogenen Ziel- und Maßnahmenkatalogs mit Erarbeitung eines Umsetzungskonzepts für die Priorisierung der Maßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Vorbereitung der Umsetzung, Identifizierung und Einbindung der bestehenden Akteure oder potentiellen Akteure im Quartier


 

Ziele und Maßnahmen

Auf Basis von Quartiersanalyse, Energie- und CO2-Bilanz sowie Potenzialanalyse werden entsprechende realistische kurz-, mittel- und langfristige Ziele entwickelt und mit den beteiligten Akteuren abgestimmt.

Die Ziele sollen quantifizierbar und über Indikatoren überprüfbar sein. Die Ziele sollen darüber hinaus mit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung (Energiekonzept der Bundesregierung vom 28.9.2010 für 2020 bzw. 2050) und denen der Stadt verglichen und abgestimmt werden.

So hat sich die Stadt Mülheim an der Ruhr das Ziel gesetzt, bis 2030 verglichen mit dem Basisjahr 1990 50% CO2 einzusparen (Strom/Wärme/Verkehr). Daran soll sich das Quartierskonzept ausrichten.


 


 

 


 

Projektlaufzeit

6 Monate: Juni 2016 – Dezember 2016


Ansprechpartner:
 
LUST-Team (HSD)


Projektleitung Quartierskonzept Heißen-Süd
Prof. Dr. Matthias Neef
matthias.neef@hs-duesseldorf.de


Leiter des LUST-Institutes
Prof. Dr.-Ing. Mario Adam
mario.adam@hs-duesseldorf.de
 
Stadt Mülheim an der Ruhr:
Ulrike Marx, Koordinierungsstelle Klimaschutz, Referat VI-Umwelt, Planen und Bauen                                     ulrike.marx@muelheim-ruhr.de


ortsansässiger Energiedienstleister medl GmbH                                                                  
Volker Weißhuhn, Leiter Wärme Volker.Weisshuhn@medl.de


 


 

                                                                               
Obige Karte ist aus Google Maps entnommen; mit eigener Bearbeitung